Hochschule Harz

Pressemitteilungen


Hier finden Sie die Artikel, die im Nachgang der Vorlesungen der GenerationenHochschule erstellt wurden und Ihnen somit einen Überblick über die Inhalte der einzelnen Veranstaltungen geben. Eine komplette Übersicht aller versandten Pressemitteilungen bietet Ihnen unser Pressearchiv.




27.06.2014 | Vorlesung Juni 2014, „Tage zwischen Hoffnung und Angst. Der 17. Juni 1953 im Kreis Wernigerode.“

Prof. Dr. Konrad Breitenborn, Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V. Hochschule Harz

„GenerationenHochschule beleuchtet geschichtsträchtigen Tag aus regionaler Perspektive“

Beeindruckende Vorlesung zum 61. Jahrestag der Geschehnisse des 17. Juni 1953

Am Dienstag, dem 17. Juni 2014, fanden sich über 200 Geschichtsinteressierte anlässlich der GenerationenHochschule im Wernigeröder AudiMax ein. Prof. Dr. Konrad Breitenborn referierte anlässlich des 61. Jahrestages über die Ereignisse des 17. Juni 1953 im Harzkreis. Sein Rückblick auf die Volkserhebung unter dem Titel: „Tage zwischen Hoffnung und Angst“ stimmte Jung und Alt nachdenklich.


Mit dem Leitspruch der Rostocker Universität: „Doctrina multiplex veritas una – Es gibt viele Lehren, aber nur eine Wahrheit“ eröffnete Prof. Dr. Armin Willingmann, Rektor der Hochschule Harz, die Veranstaltung und betonte: „Eine Hochschule ist genau der richtige Ort, um sich kritisch mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinander zu setzen und damit auch dem Vergessen entgegen zu wirken.“ Als Referent konnte der Hochschulleiter den renommierten Historiker Prof. Dr. Konrad Breitenborn begrüßen. Der stellvertretende Generaldirektor der Stiftung für Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt und Präsident des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt e.V. hat in den vergangenen zehn Jahren akribisch Ursachen, Verlauf und Folgen der Juni-Erhebung am Beispiel des Kreises Wernigerode erforscht und 2013 mit einer umfangreichen Publikation – ebenfalls unter dem Titel „Tage zwischen Hoffnung und Angst“ – belegt.


In seinem Vortrag anlässlich der GenerationenHochschule ging Breitenborn, der 1953 noch ein kleiner Junge und anders als in seinen bedrückenden Beispielen nicht direkt betroffen war, darauf ein, dass seinerzeit nicht nur niedrigere Arbeitsnormen, sondern zumeist an erster Stelle der Regierungsrücktritt und die Wiedervereinigung gefordert wurden. Bis heute hat der Aufstand kein Gesicht, obwohl sich allein im Kreis Wernigerode 20 Betriebe mit mehr als 7.000 Arbeitern beteiligten. Die SED deutete die Erhebung im Nachhinein um und nannte sie einen „faschistischen Putsch“. Die größte regionale Protestaktion mit beispielhafter Signalwirkung war die Arbeitsniederlegung im Elektromotorenwerk Wernigerode. Breitenborn baute Kontakt zu den ehemaligen Streikführern auf und recherchierte ihre Werdegänge. „Oftmals hatten damalige Aktivisten mit starken Konsequenzen im Berufsleben zu rechnen“, so der gebürtige Hallenser, der selbst als Honorarprofessor am Institut für Geschichte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg lehrt. Für sein Buch hat er Gespräche mit ca. 90 Zeitzeugen geführt sowie die Auswertung von SED-Akten und Unterlagen des DDR-Staatssicherheitsdienstes studiert.


Den Besuchern wurde ein bewegender Vortrag zuteil. „Das geschichtliche Interesse hat mich hergeführt, Prof. Breitenborn hat eine bemerkenswerte Arbeit geleistet“, so der 23-jährige Student Sascha Nolte. Als echter Zeitzeuge zeigte sich auch der gebürtige Ströbecker Dieter Litwin vom Vortrag begeistert. Der damals 13-Jährige wünscht sich mehr objektive Einblicke in die Geschichte: „Ich begrüße es sehr, dass auch jüngere Generationen mehr über die DDR erfahren, eine besondere Rolle wird hierbei der Schulbildung zuteil“. Ein Punkt der ebenso dem Referent am Herzen liegt. „Nicht nur als Mitglied des Förderkreises der Hochschule Harz e.V. ist es mir wichtig, der nachwachsenden Generation vor dem Hintergrund von Diktaturgeschichte die Werte einer demokratischen Gesellschaftsform auf rechtsstaatlicher Grundlage zu verdeutlichen“, so Breitenborn.


Die GenerationenHochschule befindet sich im Juli und August in der Sommerpause. Die nächste Vorlesung findet am Dienstag, dem 9. September 2014, erneut von 17 bis 19 Uhr, im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9) auf dem Wernigeröder Campus statt. Dozent Dr. Thomas Piko vom Halberstädter Fachbereich Verwaltungswissenschaften spricht dann über das Thema: „Lernen und Gesundheitsgestaltung im fortgeschrittenen Alter: Neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung“. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



GenerationenHochschule mit Prof. Dr. Konrad Breitenborn zum Thema „Tage zwischen Hoffnung und Angst. Der 17. Juni 1953 im Kreis Wernigerode“.

Bild:GenerationenHochschule mit Prof. Dr. Konrad Breitenborn zum Thema „Tage zwischen Hoffnung und Angst. Der 17. Juni 1953 im Kreis Wernigerode".

15.05.2014 | Vorlesung Mai 2014, „Demografischer Wandel im Harz - Chancen, Risiken und mögliche Strategien durch intelligente Technologienutzung“

Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert, Fachbereich Automatisierung und Informatik, Hochschule Harz

„GenerationenHochschule betrachtete demografischen Wandel und technologische Hilfestellung“

Professor der Hochschule Harz stellte „schöne neue Welt mit Assistenz“ vor

Am Dienstag, dem 6. Mai 2014, feierte die GenerationenHochschule ihren siebten „Geburtstag“. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann, der kurz die Entwicklung seit der Initiierung der Veranstaltungsreihe im Mai 2007 Revue passieren ließ. „Als wir uns vor gut acht Jahren nach dem Start der KinderHochschule im Juni 2006 erstmals mit dem Seniorenbeirat der Stadt Wernigerode unter der Leitung von Renate Schulze zur Planung eines Angebotes für fortgeschrittene Jahrgänge trafen, hätten wir alle nicht gedacht, dass sich aus unserer Idee einer Seniorenakademie ein solche Erfolgsgeschichte entwickelt. Aus rund 50 interessierten Zuhörern der ersten Vorlesung sind inzwischen regelmäßig über 200 GenerationenHochschüler im AudiMax geworden, die dem abwechslungsreichen Themenangebot folgen “, blickte Willingmann zurück und kündigte an, dass bereits eifrig am Vorlesungsprogramm für 2015 gearbeitet werde. So waren auch anlässlich der Mai-Vorlesung in diesem Jahr mehr als 200 Besucher in die „Papierfabrik“ gekommen, um Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert vom Wernigeröder Fachbereich Automatisierung und Informatik zu lauschen, der zum vieldiskutierten Thema „Demografischer Wandel im Harz - Chancen, Risiken und mögliche Strategien durch intelligente Technologienutzung“ referierte.


Der Professor der Hochschule Harz forscht im Rahmen des ZIM NEMO-Netzwerks TECLA zum Einsatz technischer Pflege-Assistenzsysteme, die als Lösungsstrategie dem demografischen Wandel entgegenwirken. Diese werden unter dem Begriff „Ambient Assisted Living“, kurz AAL, zusammengefasst und sind für Industrie und Wirtschaft ebenso interessant wie für Senioren, die mit moderner Hilfe länger selbstbestimmt leben möchten. „Die Verschiebung der Altersstruktur ist ein weltweites Problem, welches unsere Region mit besonderer Härte treffen wird“, so Fischer-Hirchert. Der Harzkreis habe deutschlandweit die höchste Inanspruchnahme von Pflegestufen. „Mit Blick auf Sachsen-Anhalt lässt sich feststellen, dass wir besonders durch Wanderungsverluste und Geburtendefizite immer älter und weniger werden - gemäß Landesstatistik wird in den kommenden 15 Jahren die Bevölkerung um ein Viertel zurückgehen, die Menge an Kindern hat sich seit 1990 halbiert“, so der Experte.


Ein Großteil der Bevölkerung möchte in den eigenen vier Wänden alt werden, die Forschungsprojekte von Ulrich Fischer-Hirchert sollen in diesem Rahmen Faktoren wie Gesundheit, Sicherheit und Kommunikation – u.a. per Videoübertragung – unterstützen. Der Physiker und Hochschullehrer für Telekommunikation erläuterte beispielhaft die Möglichkeiten einer Software, die mit dem entsprechenden Endgerät die Ferndiagnose von Krankheiten erleichtert, schnurlos die aktuelle Herzfrequenz an den zuständigen Arzt oder Pfleger übermittelt oder im Ernstfall einen Notruf absetzen kann. „Die hiesige Infrastruktur muss natürlich für den Einsatz dieser Technologien vorbereitet werden, diese bieten jedoch vielseitige Chancen und sogar die Möglichkeit der Kostenersparnis“, so der Fachmann. Viele Beispiele aus der „schönen neuen Welt mit Assistenz“ kommen bereits zum Einsatz; in Wernigerode steht eine komplett ausgestattete Wohnung zum Besuch und Ausprobieren der Prototypen zur Verfügung, auch in Halberstadt werden bereits Tests durchgeführt.


Die nächste Vorlesung der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 17. Juni, erneut von 17 bis 19 Uhr im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9, Am Eichberg 1) auf dem Wernigeröder Campus statt. Prof. Dr. Konrad Breitenborn vom Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e.V. spricht zum Thema „Tage zwischen Hoffnung und Angst. Der 17. Juni 1953 im Kreis Wernigerode.“ Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



Im Rahmen der letzten Vorlesung der GenerationenHochschule sprach Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert vor einem interessierten Publikum zum Thema „Demografischer Wandel im Harz - Chancen, Risiken und mögliche Strategien durch intelligente Technologienutzung“.

Bild:Im Rahmen der letzten Vorlesung der GenerationenHochschule sprach Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert vor einem interessierten Publikum zum Thema „Demografischer Wandel im Harz - Chancen, Risiken und mögliche Strategien durch intelligente Technologienutzung“.

05.05.2014 | Vorlesung April 2014, „Auf dem Weg in die ‚Facebook-Demokratie‘? - Zum Einfluss von Social Media auf die Politik“

Prof. Dr. Jens Weiß, Fachbereich Verwaltungswissenschaften, Hochschule Harz

„GenerationenHochschule beleuchtet Gefahren und Chancen von Social Media für die Politik“

Vortrag über „Facebook-Demokratie“ traf auf großes Interesse

Pünktlich zum Monatsbeginn am 1. April 2014 öffnete das Wernigeröder AudiMax seine Türen für 200 Besucher der GenerationenHochschule. Prof. Dr. Jens Weiß vom Halberstädter Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz referierte zum Thema „Einfluss von Social Media auf die Politik“ und erörterte, wie weit wir tatsächlich von der „Facebook-Demokratie“ entfernt sind.


„Die Begeisterung für Social Media ist ungebrochen und erweckt mitunter den Anschein einer blinden Euphorie – es ist erstaunlich, wie viele in diesen Netzwerken aktiv Inhalte mitgestalten und persönliche Informationen preisgeben“, so Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann. Gleichzeitig nutzte Willingmann die Gelegenheit, dem Referenten für sein Engagement zu danken und hob hierbei hervor, dass er als Hochschullehrer für Verwaltungswissenschaften ein wichtiger Motor für die Ausbildung der „Beamten von Morgen“ sei.


Jens Weiß begann seinen Vortrag mit der frühen Historie des Internets und erläuterte die verschiedensten digitalen Plattformen, auf denen tagtäglich Bürger aus aller Welt mitdiskutieren. Die Zuhörer konnten sich an einer digitalen Abstimmung beteiligen und im speziell für die Vorlesung eingerichteten Forum unter Fantasienamen kommentieren. Der Dozent konzentrierte sich auf die politische Dimension des „Web 2.0“ - so werde mit wachsender Beliebtheit auch in Blogs, Foren sowie auf Facebook und Twitter debattiert und am Weltgeschehen teilgenommen. „Ein gemeinschaftliches Interesse kann sich schnell zu einer E-Petition entwickeln, wie etwa im Fall des Moderators Markus Lanz. Meinungen werden im Rekordtempo transportiert, oftmals wird aber auch oberflächlich diskutiert“, so der Wissenschaftler. Weiterhin wies Weiß darauf hin, dass kleinere Interessensgruppen durch das Internet in der Lage seien, auch für eher „exotische“ Forderungen eine beachtliche Unterstützung zu generieren.


Der Professor erklärte, dass die sogenannte „E-Partizipation“ (elektronische Beteiligung) in den etablierten Medien an Gewicht gewinnt und wie sich die Bedeutung von Informationen durch Social Media wandelt. Immer mehr Online-Phänomene werden bis in die Print-Medien getragen. Eine bemerkenswerte Entwicklung, da diese vermeintlichen Kollektiventscheidungen aus nichtrepräsentativen Abstimmungen hervorgehen. „Als problematisch erachte ich, dass Online-Diskussionen schnell eskalieren. Gesprächsverläufe werden unglaubwürdig und es wird sich oftmals nicht auf die bestmögliche Alternative geeinigt“, so Weiß. Für ernst zu nehmende und demokratische Abstimmungen genügten die existierenden Plattformen und Kanäle nicht, wobei sich – wie im Fall der US-Präsidentschaftswahlen – bereits in strategischen Fragen auf Social Media verlassen werde. Weiß, selbst Autor von einschlägigen Publikationen, kam zum Vortragsende auf seine Eingangsfrage, inwieweit wir uns auf dem Weg in die „Facebook-Demokratie“ befänden, zurück. „Die Beteiligungsquoten bei Online-Abstimmungen wie zum Beispiel bei Bürgerhaushalten sind gering und in der Regel nicht repräsentativ. Mit der pauschalen Erwartung, das Internet bzw. die Online-Partizipation könne die Demokratie stärken, ist also sehr kritisch umzugehen“, so der Experte.


Auch beim Publikum war neben großem Interesse begründete Skepsis zu spüren. Volkhard Menke gefiel der aktivierende Vortrag, jedoch betonte er, dass er generell einer Online-Abstimmung kein Vertrauen schenken würde: „Diese Verfahren bringen Gefahren mit sich, die man nicht ausschließen kann“, so der Wernigeröder. Günther Grundlach aus Tanne stimmt zu und äußerte seine Bedenken, dass die Informationen in falsche Hände geraten oder mangelhaft überprüft werden könnten.


Die nächste Vorlesung der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 6. Mai, erneut von 17 bis 19 Uhr, im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9) auf dem Wernigeröder Campus statt. Prof. Dr. Ulrich Fischer-Hirchert vom Fachbereich Automatisierung und Informatik der Hochschule Harz spricht über das hochaktuelle und vieldiskutierte Thema: „Demografischer Wandel im Harz“ und erläutert „Chancen, Risiken und mögliche Strategien durch intelligente Technologienutzung“. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



Fabian Aschoff, Ilse Querner und Lukas Römer nehmen an den Generationen-übergreifenden Veranstaltungsangeboten der Hochschule Harz teil.

Bild:GenerationenHochschule im April 2014 zum Thema „Auf dem Weg in die ‚Facebook-Demokratie‘? - Zum Einfluss von Social Media auf die Politik“ mit Prof. Dr. Jens Weiß vom Halberstädter Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz.

24.04.2014 | Vorlesung April 2014, „Auf dem Weg in die ‚Facebook-Demokratie‘? - Zum Einfluss von Social Media auf die Politik“

Prof. Dr. Jens Weiß, Fachbereich Verwaltungswissenschaften, Hochschule Harz

„78 Jahre Altersunterschied zwischen Junior- und Senior-Besucher bei der GenerationenHochschule im April“

Thema „Facebook-Demokratie“ vereint alle Altersklassen im Wernigeröder AudiMax

Ilse Querner engagiert sich nicht nur seit 20 Jahren in der Seniorenvertretung der Stadt Wernigerode, sondern ist auch begeisterte Besucherin der GenerationenHochschule - und dies regelmäßig. Bei der Vorlesung „Auf dem Weg in die ‚Facebook-Demokratie‘? - Zum Einfluss von Social Media auf die Politik“ des Halberstädter Professors Dr. Jens Weiß stand die sympathische 91-Jährige am 1. April 2014 auf einmal selbst im Mittelpunkt. Das hochaktuelle Thema hatte – wie es der Name der beliebten Veranstaltungsreihe verspricht – alle Altersklassen ins AudiMax der Hochschule Harz gelockt.


Denn neben Ilse Querner befanden sich unter den über 200 Teilnehmern auch zwei junge Zuhörer, die gerade erst dem Pendant zur GenerationenHochschule – der KinderHochschule – entwachsen sind: Fabian Aschoff (13) und Lukas Römer (14) vom Wernigeröder Stadtfeld-Gymnasium. Beide waren mit ihren Großeltern in den größten Hörsaal der Hochschule Harz gekommen. „Über Facebook weiß ich schon recht viel, aber kann bestimmt noch etwas dazulernen“, so Lukas Römer. Auch Fabian Aschoff fand das Thema interessant: „Ich war schon beim Vortrag von Dr. Uwe Lagatz über den Brocken und finde auch dieses Thema spannend – der Besuch der Hochschule ist mal etwas ganz anderes“, so der Siebtklässler. Ilse Querner empfand den Vorlesungsinhalt als motivierend: „Ich habe einen Laptop und eine E-Mail-Adresse, aber dennoch sind die Themen Internet und Facebook noch neu für mich – ich will mich jetzt jedoch wieder mehr damit beschäftigen“, betonte die rüstige Seniorin, die in jeder Hinsicht topfit ist. „Ich halte mich frisch mit Nordic Walking und Sauna“, verriet die 1922 geborene Harzerin.


Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann freute sich einmal mehr über den Erfolg dieser beiden Veranstaltungsreihen, die sich in erster Linie an Nicht-Hochschulangehörige richten. Sowohl die im Jahre 2006 eröffnete KinderHochschule als auch die ein Jahr später gestartete GenerationenHochschule sind richtige Publikums-Magneten: „Natürlich haben wir bei der Einrichtung der KinderHochschule auch daran gedacht, die Schülerinnen und Schüler in wenigen Jahren als ‚richtige‘ Studierende wieder im Hörsaal willkommen heißen zu dürfen. Dass dieses Konzept aufgeht, spiegelt inzwischen auch unser Frühstudierendenprogramm für 11. und 12. Klässler aus Gymnasien und Berufsbildenden Schulen des Harzkreises wider, in das sich bereits erste Absolventen der KinderHochschule eingeschrieben haben.“ Und weiter führt der Rektor aus: „Die Teilnahme an der April-Veranstaltung bestätigt besonders schön das Interesse und die Bindung unterschiedlichster Altersklassen an die Hochschule Harz; im Rahmen dieser offenen Veranstaltungsreihen wollen wir auch in Zukunft Angebote wie die Kinder- und GenerationenHochschule kostenfrei vorhalten - der laufenden Kürzungsdebatte im Lande zum Trotz“, so Armin Willingmann.



Fabian Aschoff, Ilse Querner und Lukas Römer nehmen an den Generationen-übergreifenden Veranstaltungsangeboten der Hochschule Harz teil.

Bild:Fabian Aschoff, Ilse Querner und Lukas Römer nehmen an den Generationen-übergreifenden Veranstaltungsangeboten der Hochschule Harz teil.

20.03.2014 | Vorlesung Maerz 2014, „Jungen auf der Suche nach Männlichkeit. Was Jungen brauchen und immer weniger bekommen.“

Prof. Dr. Ralf Bohrhardt, Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit, Hochschule Coburg

„GenerationenHochschule beleuchtet die Probleme heranwachsender Jungen“

Vorbilder helfen bei der Suche nach individueller Männlichkeit und dem Platz in der Gesellschaft

Am Dienstag, dem 11. März 2014, waren die Reihen des Wernigeröder AudiMax einmal mehr gut gefüllt. Knapp 200 Interessierte aller Altersklassen – darunter zahlreiche Akteure aus der regionalen Kinder- und Jugendarbeit – waren gekommen, um dem Sozialwissenschaftler Dr. Ralf Bohrhardt, Professor an der Hochschule Coburg, zu lauschen, der über „Jungen auf der Suche nach Männlichkeit“ referierte und erklärte „Was Jungen brauchen und immer weniger bekommen”.


„Das ist ein Thema, bei dem man – nicht nur als Vater – einfach dabei sein muss”, mit diesen Worten empfing Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann die Teilnehmer und freute sich über das rege Interesse. Gleichzeitig lobte er das Engagement der Seniorenvertretung der Stadt Wernigerode e.V. bei der seit 2007 stattfindenden GenerationenHochschule. „Die Seniorenvertretung unter ihrer Vorsitzenden Renate Schulze erhält dieser Tage den Bürgerpreis der Hospitälerstiftung – wir gratulieren herzlich. Man sieht, ihr damaliges Angebot zur Unterstützung unserer Pläne für die Einrichtung einer GenerationenHochschule in Wernigerode kommt bis heute allen Jahrgängen zu Gute“, so der Hochschulleiter.


Prof. Dr. Ralf Bohrhardt erklärte gleich zu Beginn seines mit Spannung erwarteten Vortrags, dass sich das Verhalten Erwachsener gegenüber Jungen und Mädchen vom Tag ihrer Geburt an unterscheidet. Neben genetischen Anlagen habe dies einen großen Einfluss auf Körper, Psyche und gesellschaftliche Stellung und somit auf die Ausprägung ihrer Persönlichkeit. „Auffälligkeiten im Bereich von Sucht, Aggression und Gewalt vor allem junger Männer sind oft Ausdruck mangelnder Möglichkeiten, die unterschiedlichsten Ansprüche an die eigene Männlichkeit unter einen Hut zu bekommen“, so der Hochschullehrer, der an der Fakultät für Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Coburg u.a. das deutschlandweit einzigartige Vertiefungsstudium „Soziale Arbeit mit Jungen und Männern“ verantwortet.


Der Sozialwissenschaftler betonte weiterhin, dass die Identifikation von Jungen mit einer Vaterfigur sehr wichtig sei. „Schau mich an: so ist es, ein Mann zu sein”, diese Botschaft einer realen männlichen Bezugsperson diene als Orientierung, was sich positiv auf die Psyche der Jungen auswirke. Derzeit hätte es das frühere „starke Geschlecht“ nicht leicht. „Im Grunde liegen Jungen in ihrer Entwicklung ein bis zwei Jahre hinter den Mädchen zurück – dennoch besuchen sie die gleiche Klassenstufe“, bemerkte Ralf Bohrhardt und ging somit einer Ursache für das schlechtere Abschneiden von Jungen in Bildungsvergleichen wie PISA auf den Grund. „Mädchen sind in unserem Bildungssystem deutlich erfolgreicher. Immer weniger männliche Absolventen stehen am Ende einer höheren Schulbildung oder gar eines Studiums. Dies hat auch damit zu tun, dass es in der Schule jenseits der Sportstunden quasi ein Bewegungsverbot gibt. Dies provoziert bei vielen Jungen ein Verhalten, das im Vergleich zu Mädchen bei gleichen Leistungen zu schlechteren Noten führt“, erklärte der Referent und empfahl: „Offenheit für die Besonderheiten der Jungs und ihre explizite Wertschätzung als Junge kommen bei ihnen ebenso an wie Bewegung und das Setzen klarer Grenzen“.


Ralf Bohrhardt ist Mitbegründer der „Männer-AG”, einem Praxisnetzwerk für Jungen- und Männerarbeit in der Region Coburg/Sonneberg. Sein umfangreiches Wissen, das spannende Thema und der offene Vortragsstil regten zu Diskussionen an. Helgo Siegert zeigte sich beeindruckt: „Vieles deckt sich mit meinen Erfahrungen“, so der Wernigeröder. Für Besucherin Christiane Paul stand fest: „Deutlich und klar wurde die entscheidende Rolle der Väter betont“. Einigen Zuhörern brannte auf der Seele, welche „Art von Mann“ sie denn in ihrer Vorbildrolle verkörpern sollten. Der Experte riet zu Ehrlichkeit: „Jeder Junge muss seinen individuellen Zugang zu Männlichkeit finden - zeigen Sie ihm den Ihren! Sie können ihm nur den Mann vorleben, der Sie selbst sind.“


Die nächste Vorlesung der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 1. April, erneut von 17 bis 19 Uhr im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9) auf dem Wernigeröder Campus statt. Prof. Dr. Jens Weiß vom Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz in Halberstadt spricht über das hochaktuelle Thema „Auf dem Weg in die ‚Facebook-Demokratie‘? - Zum Einfluss von Social Media auf die Politik“. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



Prof. Dr. Ralf Bohrhardt referierte in der GenerationenHochschule zum Thema „Jungen auf der Suche nach Männlichkeit – Was Jungen brauchen und immer weniger bekommen“.

Bild:Prof. Dr. Ralf Bohrhardt referierte in der GenerationenHochschule zum Thema „Jungen auf der Suche nach Männlichkeit – Was Jungen brauchen und immer weniger bekommen“.

23.02.2014 | Vorlesung Februar 2014, „Der Brocken. Die Entdeckung und Eroberung eines Berges.“

Dr. Uwe Lagatz, Historiker, Wernigerode

„Rekordteilnehmerzahl bei der GenerationenHochschule“

Über 270 Interessierte wollten alles über die Geschichte des Brockens erfahren

Am Dienstag, dem 18. Februar 2014, platzte das Wernigeröder AudiMax aus allen Nähten. Bereits im Vorfeld musste die Anmeldung geschlossen werden, da sich so viele Interessierte angekündigt hatten. Dank „Notbestuhlung“ fand jedoch trotzdem jeder Platz bei der zweiten Vorlesung der GenerationenHochschule im Jahr 2014. Über 270 Gäste waren gekommen, um dem Harzer Historiker Dr. Uwe Lagatz zu lauschen, der zum Thema: „Der Brocken. Die Entdeckung und Eroberung eines Berges“ referierte.


Der studierte Lehrer widmete sich der bewegten Geschichte des symbolträchtigen Harzer Wahrzeichens. Zunächst erklärte er, warum der höchste Gipfel Norddeutschlands ein Berg der Superlative ist und worauf sich sein mythischer Ruf begründet. „Einst war der Brocken ein sagenumwobener Berg. Bis ins 18. Jahrhundert glaubten viele Menschen an die Walpurgisgeschichte“, so der Historiker. Dr. Lagatz reiste mit dem Publikum in eine Zeit, aus der die ersten Darstellungen des Brockens stammen. Er überraschte dabei mit der ältesten bekannten Harz-Karte aus dem Jahr 1550, die erst vor einigen Monaten entdeckt wurde und zurzeit in einem Archiv der Stadt Dresden liegt. „Als die Welt der Menschen noch enge Grenzen hatte und noch niemand vom Internet zu träumen wagte, hielt so mancher hier den Brocken für den höchsten Berg der Welt“, berichtete der Dozent.


Heute ist der Blocksberg mit 1,2 bis 1,3 Millionen Besuchern pro Jahr auf jeden Fall eines der beliebtesten Reiseziele in Deutschland. „Der Tourismus spielt nicht nur in der Gegenwart eine große Rolle. Auch weit vor dem Ersten Weltkrieg war der Brocken der wichtigste Anlaufpunkt für Harzreisende“, so Lagatz. Die Entscheidung über den Bau eines Gasthauses unmittelbar auf dem Gipfel wurde im Jahr 1798 getroffen. Das Brockenwirtshaus wurde zwei Jahre später eröffnet und legte einen weiteren Grundstein auf dem Weg zur Top-Destination. Die Eheleute Gerlach waren die ersten Wirte und boten Speisen, Getränke und Schlafplätze an. Im Jahr 1859 brannte das Brockenhaus völlig ab und wurde in den kommenden zwei Jahren aufgrund der hohen Besuchernachfrage neu und größer wieder aufgebaut. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts gewann der Harz immer mehr an Bedeutung als Reiseziel. Schierke, der einstige Forst- und Hüttenort am Fuß des Berges, entwickelte sich nach dem Bau der ersten Hotels zur nobelsten Erholungsadresse im gesamten Harz.


Aber auch danach kehrte kaum Ruhe auf und um den stürmischen Gipfel ein. Zum Abschluss der spannenden Vorlesung gab Dr. Uwe Lagatz einen kurzen Einblick in die bewegte Historie des Blocksberges von der Zerstörung und Besetzung durch die Alliierten am Ende des Zweiten Weltkrieges über seinen Ausbau zur Festung des Kalten Krieges bis hin zur legendären Öffnung im Dezember 1989.


Die nächste Vorlesung der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 11. März 2014, erneut von 17 bis 19 Uhr, im Wernigeröder AudiMax statt. Dann ist Prof. Dr. Ralf Bohrhardt von der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Coburg zu Gast. Er gehört zu den führenden Experten für Jungen- und Männerarbeit und spricht zum hochaktuellen Thema „Jungen auf der Suche nach Männlichkeit. Was Jungen brauchen und immer weniger bekommen“. Die Teilnahme an der Vortragsreihe ist kostenfrei; die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



Historiker Dr. Uwe Lagatz referierte an der Hochschule Harz zum Thema „Der Brocken. Die Entdeckung und Eroberung eines Berges“ im bis auf den letzten Platz besetzten AudiMax.

Bild:Historiker Dr. Uwe Lagatz referierte an der Hochschule Harz zum Thema „Der Brocken. Die Entdeckung und Eroberung eines Berges“ im bis auf den letzten Platz besetzten AudiMax.

16.01.2014 | Vorlesung Januar 2014, „Ein elektronisches Bauelement verändert die Welt - Die Geschichte des Mikroprozessors“

Prof. Dr. Klaus-Dietrich Kramer, Fachbereich Automatisierung und Informatik, Hochschule Harz

„GenerationenHochschule startet erfolgreich ins neue Jahr“

Geschichte des Mikroprozessors lockte zahlreiche Wissbegierige ins AudiMax der Hochschule Harz

Am Dienstag, dem 7. Januar, lud die GenerationenHochschule zum ersten Mal im Jahr 2014 auf den Wernigeröder Campus ein. Knapp 150 Interessierte fanden den Weg ins AudiMax um den Vortrag von Prof. Dr. Klaus-Dietrich Kramer zu hören. Der Experte des Fachbereichs Automatisierung und Informatik referierte zum Thema „Ein Baustein verändert die Welt - Die Geschichte des Mikroprozessors“.


Kramer, seit 2004 Leiter des Instituts für Automatisierung und Informatik GmbH an der Hochschule Harz, erklärte eingangs, dass sich die Menschheit nicht erst seit kurzem mit Informations- und Datenverarbeitung auseinandersetzt: „Selbst vor vierzig- bis sechzigtausend Jahren beschäftigte man sich mit Zahlen und den dazugehörigen Informationen“, so der gebürtige Stolberger. Er erläuterte dem interessierten Publikum detailliert die Anfänge des Computer-Zeitalters, speziell die Geschichte und Entwicklung des Mikroprozessors seit Anfang der 1970er Jahre. Der Vergleich eines Mikroprozessors aus dem Jahr 1972 mit der gegenwärtigen Technologie verdeutlichte, wie stark die Entwicklung zuletzt vorangeschritten ist. Begonnen hatte einst alles mit dem ersten elektromagnetischen Rechner - dem sogenannten „Z1“ von Konrad Zuse. „Damit wollte sich Zuse die Arbeit für sein Studium des Bauingenieurwesens erleichtern“, so der Professor für Mikroprozessortechnik, Maschinennahe Programmierung und Fuzzy-Systeme. Diese und weitere Innovationen seien Bausteine für die Entwicklung hin zum ersten Mikroprozessor gewesen, den die Firma Intel 1971 unter dem Namen „I4004“ einführte. In der Zeit darauf folgte von 1975 bis 1985 eine sogenannte „Boomphase“. Diese erlebte der studierte Industrieelektroniker Kramer selbst sehr intensiv, weil er an diversen Projekten der PC-Entwicklung, z.B. im Mansfeld Kombinat Eisleben, mitwirkte.


Kramer bezog sich auch auf die mobile Phase der Mikroprozessoren, die seit der Jahrtausendwende rasant gewachsen ist - parallel zur erhöhten Leistungsfähigkeit von Mobilfunkgeräten und der aktuellen „Smartphone-Generation“. „Heute halten Menschen sehr leistungsfähige Handys mit hoher Speicherkapazität in ihren Händen - dafür hätte man vor einigen Jahrzehnten noch ganze Räume benötigt“, so der Hochschullehrer. Das tägliche Leben sei inzwischen ohne die Technik der Mikroprozessoren nahezu unmöglich, verdeutlichte der promovierte Ingenieur und wagte einen Blick in die Zukunft: „Es wird irgendwann neuronale Computer geben, die dem menschlichen Gehirn Konkurrenz machen“, so der Experte.


Die nächste Vorlesung der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 18. Februar 2014, erneut von 17 bis 19 Uhr, im Wernigeröder AudiMax statt. Der Historiker Dr. Uwe Lagatz spricht zum Thema „Der Brocken. Die Entdeckung und Eroberung eines Berges“. Die Teilnahme an der Vortragsreihe ist kostenfrei; die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



Januar-Vorlesung der GenerationenHochschule mit Prof. Dr. Klaus-Dietrich Kramer zum Thema „Ein Baustein verändert die Welt - Die Geschichte des Mikroprozessors“.

Bild:Januar-Vorlesung der GenerationenHochschule mit Prof. Dr. Klaus-Dietrich Kramer zum Thema „Ein Baustein verändert die Welt - Die Geschichte des Mikroprozessors“.

03.01.2014 | Vorlesung Dezember 2013, "Blasenkrebs - Von der Diagnostik bis zur Therapie"

Dr. med. Olrik Rau, Facharzt für Urologie, Wernigerode

„GenerationenHochschule im Dezember klärte über Blasenkrebs auf“

Experte für medikamentöse Tumortherapie erläuterte Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Kurz vor dem Jahresausklang lud die GenerationenHochschule zur Dezember-Vorlesung auf den Wernigeröder Campus der Hochschule Harz ein. Der renommierte Urologe Dr. med. Olrik Rau referierte im AudiMax zum Thema „Blasenkrebs - Von der Diagnostik bis zur Therapie“.


„Mit 25.000 neuen Fällen pro Jahr stellt der heutige Themenschwerpunkt den zweithäufigsten urologischen Krebs dar“, eröffnete der Mediziner seinen Vortrag. Dabei sei Rauchen - neben der Arbeit mit bestimmten Chemikalien in der Farbstoffproduktion oder in chemischen Reinigungen - eine der Hauptursachen. Mit den Worten „Sie können es also beeinflussen, werte Teilnehmer“, appellierte der erfahrene Dozent für Humanmedizin an sein Publikum.


Im Anschluss führte der Spezialist für medikamentöse Tumortherapie die Krankheitssymptome auf. Dazu zählen Blut im Urin, starke Unterleibschmerzen, Harnstau oder Mikrohämatome. Zur Diagnose werden neben der Sonographie auch Röntgen- und Urinuntersuchungen oder Blasenspiegelungen genutzt, um Tumore zu erkennen. Die für diese Methoden notwendigen medizinischen Geräte hatte der langjährige Oberarzt der urologischen Universitätsklinik Magdeburg gleich mitgebracht. Neben einer ausführlichen Kathederkunde, erläuterte Olrik Rau den Umgang mit einem Zystoskop, welches für eine Blasenspiegelung genutzt wird.


Für die Klassifizierung vorhandener Tumore verwendete der Experte seine ganz eigenen Bezeichnungen: „Taschendiebe“ seien Tumore, die nur auf der Oberfläche der Blasenschleimhaut wachsen und mittels einer Blasentumorsektion meist komplett entfernt werden können. Diese seien im Vergleich zu den „Bankräubern“ weniger gefährlich, denn letztere hätten sich bereits in die Schleimhaut gedrängt. Die wirklich gefährlichen Tumore, welche sich bereits ins umliegende Muskelgewebe entwickelt haben, meist mit einer Metastasierung einhergehen und oft nicht in einer einfachen Operation entfernt werden können, bezeichnete der Mediziner als „Raubmörder“.


Im weiteren Verlauf widmete sich Olrik Rau der Nachsorge sowie der Behandlung fortgeschrittener Tumore. Generell seien Nachsorge-Maßnahmen abhängig vom Stadium des zuvor entfernten Geschwürs. Die Methoden der Diagnostik würden hier eingesetzt, um den Verlauf zu beobachten. Zudem könne lokale Chemotherapie ein erneutes Auftreten verhindern. Sind die Tumore bereits zu weit fortgeschritten oder entwickeln sich nach einer Entfernung stetig neu, sind weitere Optionen denkbar. „Bei der radikalen Blasenentfernung wird diese durch Teile des Darms ersetzt, welche den Harn an einen künstlichen Blasenausgang, das Urostoma, weiterleiten. Moderne Methoden ermöglichen bei jüngeren Patienten auch die Formung einer völlig neuen Blase“, so der Dozent.


Zum Abschluss seines Vortrages beantwortete der fachkundige Experte, dem es besonders gut gelang medizinisch hoch komplexe Zusammenhänge konkret und verständlich zu erläutern, die Fragen des interessierten Publikums. Besondere Beachtung fand eine Diskussion rund um das Thema „PSA-Wert“ (ProstataSpezifisches Antigen). Nach Meinung des Referenten habe dieser die Diagnostik erheblich vereinfacht, solle jedoch bedacht und erst nach gründlicher Aufklärung durch einen Facharzt bestimmt werden.


Die nächste Vorlesung der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 7. Januar 2014, erneut von 17 bis 19 Uhr, im Wernigeröder AudiMax statt. Prof. Dr. Klaus-Dietrich Kramer vom Fachbereich Automatisierung und Informatik der Hochschule Harz spricht zum Thema „Ein elektronisches Bauelement verändert die Welt - Die Geschichte des Mikroprozessors“. Die Teilnahme an der Vortragsreihe ist kostenfrei; die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann (r.) stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der GenerationenHochschule eingangs den Referenten der Dezember-Vorlesung Dr. Olrik Rau (2.v.r.) vor.

Bild:Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann (r.) stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der GenerationenHochschule eingangs den Referenten der Dezember-Vorlesung Dr. Olrik Rau (2.v.r.) vor.

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