Hier finden Sie die Artikel, die im Nachgang der Vorlesungen der GenerationenHochschule erstellt wurden und Ihnen somit einen Überblick über die Inhalte der einzelnen Veranstaltungen geben. Eine komplette Übersicht aller versandten Pressemitteilungen bietet Ihnen unser Pressearchiv.
11.04.2013 | Vorlesung März 2013, "Recht im Sozialismus - Justiz in der DDR und deren Aufarbeitung"
Prof. Dr. Armin Willingmann, Rektor der Hochschule Harz
„GenerationenHochschule beleuchtete die Justiz in der DDR und deren Aufarbeitung“
1,5 Jahre Gefängnis für ‚schweigendes Herumstehen‘ am Rathaus
Nachdem der Jurist Prof. Dr. Armin Willingmann im Wintersemester 2009/10 in der GenerationenHochschule bereits über die Rolle der Juristen im Dritten Reich informiert hatte, stand am Dienstag, dem 19. März 2013, das „Recht im Sozialismus - Justiz in der DDR und deren Aufarbeitung“ auf dem Programm der beliebten offenen Vorlesungsreihe.
Vor vollen Rängen referierte der Rektor der Hochschule Harz über die Frage, wie mit dem Justiz-Unrecht, welches unzähligen Bürgern in der ehemaligen DDR widerfahren war, umzugehen und wie dieses zu bewerten sei. Um sich der Komplexität des Themas zu nähern, reiste der Experte für Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht zurück ins Jahr 1648. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde im Westfälischen Friede vereinbart: „Allgemeine Amnestie und immerwährendes Vergessen“.
Willingmann erläuterte weitere Optionen, die 1990 in Betracht kamen. Darunter eine „Nürnberg-Klausel“ oder „Wahrheitskommissionen“, die einen Täter-Opfer-Ausgleich herbeiführen sollten, wie beispielsweise zur Überwindung der Apartheid in Südafrika. Stattdessen wurde im Einigungsvertrag festgelegt, dass das Recht der DDR, insofern es mit dem Recht der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union vereinbar wäre, zur Ahndung von Justiz-Unrecht herangezogen werde. Dies betraf auch §244 StGB der DDR, welcher die Rechtsbeugung regelte. Wurde also durch Richter und Staatsanwälte der ehemaligen DDR das Recht gebeugt, auf rechtswidrige Maßnahmen zurückgegriffen und somit den Bürgern Unrecht getan, so sollten diese nach jenem Paragraphen, der dem der BRD (§339 StGB) sehr ähnlich war, bestraft werden.
„Und Recht wurde gebeugt“, erklärte der Hochschulleiter und beschrieb Fälle, welche beispielsweise die Willkür der seit in einem „Crash-Kurs“ ausgebildeten Volksrichter und Staatsanwälte illustrierten. Aber auch später: 1,5 Jahre Gefängnis - so lautete das Urteil für einen Mann, der 45 Minuten stillschweigend auf dem Rathausplatz im heutigen Chemnitz für seine Ausreise „demonstriert“ hatte. Ein Jahr ins Gefängnis musste eine Frau, die sich im westdeutschen Fernsehen beklagt hatte, es sei eine Entmündigung, wenn sie nicht mit D-Mark sondern mit „Forum“-Schecks im „Intershop“, einer Ladenkette, die auch hinter der Grenze westliche Waren führte, bezahlen müsse.
Abschließend stellte Willingmann statistische Zahlen vor: 75.000 Ermittlungsverfahren wurden seit 1990 eingeleitet, davon ging es in 70% um Rechtsbeugung, nur 37% wurden zur Anklage gebracht. „Von jenen Verfahren endete ein Viertel mit einem Freispruch“, erklärte der Referent. Weitere Verfahren wird es nicht geben. Am 3. Oktober 2000, dem 10. Jahrestag der Deutschen Einheit, trat die absolute Verfolgungsverjährung in Kraft.
Im Anschluss an die Vorlesung eröffnete Prof. Dr. Armin Willingmann die Plakatausstellung „Jugendopposition in der DDR“, die noch bis Anfang Mai 2013 weitere Aspekte dieses spannenden Themas erlebbar macht. Gegen die Grenzen der SED-Diktatur setzten sich auch und insbesondere Jugendliche auf der Suche nach Orientierung und Wahrhaftigkeit zur Wehr. Die Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zeigt aus der Vielfalt der Opposition und des Widerstandes einige der Akteure. Beeindruckende Fotografien, Briefe und Dokumente präsentieren Schicksale einer Vergangenheit, die erst wenige Jahrzehnte zurückliegt. „Diese Ausstellung soll nicht nur unseren Studierenden zeigen, dass viele wichtige Veränderungen von mutigen Jugendlichen eingefordert wurden; wir freuen uns auch und insbesondere über den Besuch von Schulklassen“, betonte der Rektor.

Bild:GenerationenHochschule zum Thema „Recht im Sozialismus - Justiz in der DDR und deren Aufarbeitung“ mit Prof. Dr. Armin Willingmann im AudiMax der Hochschule Harz.
23.02.2013 | Vorlesung GenerationenHochschule aktuell, Februar 2013, „Entsorgung radioaktiver Abfälle: Strategien und die aktuelle Situation in Deutschland“
Dipl.-Geol. Jana Orzechowski
„GenerationenHochschule aktuell erklärte die Entsorgung radioaktiver Abfälle“
Trotz vieler Antworten bleiben Fragen zu Atomkraft, Endlagerung und der Situation in Deutschland
Am Dienstag, dem 19. Februar, lud die GenerationenHochschule aktuell zu einem brandheißen Thema auf den Campus ein. Diplom-Geologin Jana Orzechowski sprach über die „Entsorgung radioaktiver Abfälle: Strategien und die aktuelle Situation in Deutschland“. Kanzler Michael Schilling begrüßte die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Technischen Universität Clausthal und freute sich über die zahlreichen Besucher, die trotz des plötzlichen Schneefalls den Weg ins AudiMax der Hochschule Harz gefunden hatten.
Die Referentin erklärte die Herkunft und Klassifizierung von radioaktivem Abfall sowie dessen Aufkommen in Deutschland. Neben der Energiegewinnung in Atomkraftwerken entstehe in der Medizin, bspw. bei der Chemotherapie, radioaktiver Abfall. Abgebrannte Brennstäbe aus Kernkraftwerken seien jedoch aufgrund der hohen Strahlung zunächst nicht transportfähig. Nach dem Abklingbecken und der Beförderung zur Zwischenlagerung strahlen diese Abfälle mehrere Jahrhunderte.
Orzechowski erläuterte die Vor- und Nachteile verschiedener Entsorgungsstrategien. Neben der direkten Entsorgung besteht zunächst die Möglichkeit der Aufbereitung. Dabei werden die chemischen Elemente Plutonium und Uran von den nicht mehr verwendbaren radioaktiven Abfallstoffen getrennt. In kleine Teile zerschnitten, werden die Inhalte der Brennstäbe hierfür in Salpetersäure aufgelöst. Ein Extraktionsmittel ermöglicht die Trennung der Stoffe und die teilweise Wiederverwendung. Der verbleibende Rest wird verglast. In Deutschland findet keine Wiederaufarbeitung mehr statt, sondern es wird die „direkte Endlagerung“ in tiefen geologischen Formationen verfolgt. Die Verbringung in der Tiefsee oder im Weltraum konnte einer Risiko- sowie Kosten-Nutzen-Prüfung nicht standhalten. Zur Endlagerung in Europa werden Salz, Ton und kristalline Gesteine in Betracht gezogen. In Deutschland wird Salz favorisiert, auch Ton kommt in Frage. Kristalline Gesteine wären zwar ebenso eine Möglichkeit, da diese hier jedoch nur stark geklüftet vorliegen, wird sich kaum auf diese Option konzentriert.
Unter dem Begriff Endlagerung fokussierte die Dozentin speziell die Bergwerke Asse und Gorleben. Neben Morsleben und Konrad stellen diese die größte Herausforderung für die Bundesrepublik dar. Nachdem im Bergwerk Asse von 1972 bis 1978 radioaktiver Müll eingelagert wurde, fand man 2008 kontaminierte Salzlauge. Es musste nach neuen Möglichkeiten der Lagerung gesucht werden. Welche Lösungsansätze existieren, erläuterte Orzechowski ausführlich. „Man entschied sich für die Rückholung, deren geschätzte Dauer beträgt jedoch 35 bis 40 Jahre! Dazu müssen die mit radioaktiven Abfällen gefüllten Kammern erst wieder geöffnet werden“, so die junge Wissenschaftlerin. Eine erste Bohrungen fand 2012 statt, doch zunächst konnte die Kammer nicht gefunden werden; die geplante Rückholung soll nun im Jahr 2036 beginnen. Gorleben sei ein weiteres großes Thema. Das Bergwerk wird bezüglich der möglichen Nutzung als Endlager geprüft. Bis dahin liegen 113 Castor-Behälter im zugehörigen Zwischenlager.
Das Publikum zeigte sich interessiert und kritisch gegenüber der aktuellen Situation in Deutschland. „Es ist schon erstaunlich, dass so was nicht ausreichend kommuniziert wird. Dabei zahlen wir alle den Preis dafür. Sei es finanziell oder gesundheitlich. Danke an die GenerationenHochschule und Frau Orzechowski für diese ausführlichen Informationen“, kommentierte ein Besucher aus Wernigerode.
Die nächste GenerationenHochschule zum Thema „Recht im Sozialismus – Justiz in der DDR und deren Aufarbeitung“ von Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann findet am Dienstag, dem 19. März, von 17 bis 19 Uhr, statt. Im Anschluss werden bei der Vernissage der Plakatausstellung „Jugendopposition in der DDR“ weitere Aspekte dieses spannenden Themas erlebbar. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, es ist lediglich eine Registrierung zu jeder Vorlesung unter www.generationenhochschule.de nötig. Hier sind sowohl das Jahresprogramm als auch fotografische Impressionen verfügbar.

Bild: GenerationenHochschule aktuell mit Diplom-Geologin Jana Orzechowski zum Thema „Entsorgung radioaktiver Abfälle: Strategien und die aktuelle Situation in Deutschland“ im AudiMax der Hochschule Harz.
07.02.2013 | Vorlesung Februar 2013, "Volkskrankheit Arthrose: Gelenkersatz als Ausweg? Multimodale Therapiekonzepte der HELIOS Klinik Hettstedt bei der Behandlung von Arthroseschmerz"
Dr. med. Babette Loggen, Kommissarische Leiterin, Orthopädisch-traumatologisches Zentrum; Thomas Bier, Oberarzt,Orthopädisch-traumatologisches Zentrum; Dr. med. René Pfeiffer, Chefarzt, Anästhesie/Intensivmedizin/Schmerztherapie
„GenerationenHochschule erklärte moderne Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose“
Besucherrekord: 280 Teilnehmer informierten sich über medizinische Neuerungen
Am Dienstag, dem 5. Februar, öffnete die GenerationenHochschule zum bereits zweiten Mal ihre Pforten für die Experten der Helios Klinik Hettstedt, diesmal zum Thema: „Volkskrankheit Arthrose: Gelenkersatz als Ausweg? Multimodale Therapiekonzepte bei der Behandlung von Arthroseschmerz“. Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann begrüßte Thomas Bier und Alexander Schenck, Oberärzte des Orthopädisch-traumatologischen Zentrums, sowie Dr. med. René Pfeiffer, Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Der Hochschulleiter freute sich über die erneut rekordverdächtig besuchte Veranstaltung und zeigte sich begeistert, dass trotz des Winterwetters über 280 Personen den Weg ins Wernigeröder AudiMax gefunden hatten.
Die drei Mediziner erörterten eingangs die Bedeutung des Volksleidens. So seien abgenutzte Gelenke, so genannte Arthrosen, weit verbreitete Krankheitsbilder vor allem älterer Menschen. Doch können bei entsprechender Vorschädigung auch Patienten mittleren Alters betroffen sein. Über 8,5 Millionen Menschen leiden allein in Deutschland darunter, Tendenz steigend. Am häufigsten seien Arthrosen des Hüft- und Kniegelenks, aber auch verschlissene Schulter- und Sprunggelenke könnten starke Beschwerden verursachen. „Zu den Merkmalen gehören verbrauchte und zumeist auch entzündete Knorpel und Knochen der Gelenke. Die verursachten Schmerzen, insbesondere bei Bewegung, können heftig in die umgebende Körperregion ausstrahlen. Oft sind es symptomlose Verläufe, die später in ein unerträgliches Schmerzerlebnis münden“, so die Experten.
Oberarzt Thomas Bier erklärte eine nichtoperative Behandlung und betonte deren Vorzüge. „Es bedarf vorab einer ausgiebigen Analyse, um die richtige Therapieform zu bestimmen“, so der Mediziner, der getreu dem Grundsatz „konservativ vor operativ“ die aktive Betätigung als wichtigste Voraussetzung eines Behandlungserfolges ansieht. Chefarzt René Pfeiffer erläuterte die multimodalen Therapiekonzepte, mit denen derzeit proaktiv gegen die Krankheit vorgegangen wird. Ergänzend zu physiotherapeutischen und physikalischen Maßnahmen kommen auch Schmerzmedikamente zum Einsatz. Der Chefarzt erörterte deren Nutzen aber auch mögliche Gefahren: „Bei nicht fachgerechter Medikation können selbst die Wechselwirkungen frei verkäuflicher Schmerzmittel erhebliche Schäden verursachen“, erklärte der Experte. Ebenso wenig sei eine mögliche psychische sowie physische Abhängigkeit zu unterschätzen.
Im Anschluss erläuterte Oberarzt Alexander Schenck, ab wann ein Gelenkersatz sinnvoll ist und welche Kriterien für einen operativen Eingriff entscheidend sind. Für die Teilnehmer bot sich außerdem die Möglichkeit, künstliche Gelenke selbst in die Hand zu nehmen und deren Funktionsweise sowie Beschaffenheit zu ergründen. „Ein operativer Eingriff erhöht die Lebensqualität ungemein, jedoch birgt eine Operation auch mögliche Komplikationen; eine Abwägung von Methode und Form muss vorab geschehen“, so Schenck, der nicht nur den vollständigen Gelenkersatz sondern auch zahlreiche sparsame Lösungen vorstellte.
Abschließend wurden Fragen über Verschleiß- und Infektionsrisiken beantwortet. Bei jährlich ca. 40.000 Wechseloperationen in Deutschland würden diese zwar stetig sinken, dennoch war es dem Expertenteam wichtig, durch die transparente Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse noch vorhandene Skepsis gegenüber modernen Behandlungsmethoden abzubauen.
Von der Februar-Vorlesung zeigte sich das Publikum begeistert und freute sich auf weitere spannende Themen im Jahresverlauf: „Die GenerationenHochschule bietet mir eine ideale Möglichkeit, Kenntnisse zu erlangen und direkt mit Experten zu sprechen“, verriet Teilnehmerin Isolde Fiebig aus Wernigerode.
Die nächste GenerationenHochschule zum Thema „Recht im Sozialismus – Justiz in der DDR und deren Aufarbeitung“ von Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann findet am Dienstag, dem 19. März, von 17 bis 19 Uhr, statt. Im Anschluss werden bei der Vernissage der Plakatausstellung „Jugendopposition in der DDR“ weitere Aspekte dieses spannenden Themas erlebbar. Die Teilnahme an der GenerationenHochschule ist kostenfrei; es ist lediglich eine Registrierung zu jeder Vorlesung unter www.generationenhochschule.de nötig. Hier sind sowohl das Jahresprogramm als auch fotografische Impressionen verfügbar.

Bild: Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann eröffnete die GenerationenHochschule zum Thema „Volkskrankheit Arthrose: Gelenkersatz als Ausweg? Multimodale Therapiekonzepte bei der Behandlung von Arthroseschmerz“, die von drei Ärzten der Helios Klinik Hettstedt ausgerichtet wurde.
14.01.2013 | Vorlesung Januar 2013, "Welternährungsprobleme - Hat die Erde Brot für alle?"
Werner Kropf, Wernigerode
„GenerationenHochschule startete ins neue Jahr“
International erfahrener Landwirt erläuterte globale Ernährungsprobleme und Lösungsansätze
Mit über 270 Besuchern startete die GenerationenHochschule am Dienstag, dem 8. Januar 2013, äußerst erfolgreich ins neue Jahr. Der Wernigeröder Diplom-Agrarökonom Werner Kropf warf einen Blick auf die Welternährungsprobleme und stellte die spannende Frage „Hat die Erde Brot für alle?“. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Georg Westermann. Der Prorektor für Forschung und Internationales dankte dem Referenten, der bereits zum zweiten Mal einen Vortrag im Rahmen der beliebten Reihe hielt, für die Auswahl eines hochaktuellen Themas, das immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Werner Kropf ist nicht nur staatlich geprüfter Landwirt, sondern auch zertifizierter Arabienexperte und war mehrere Jahre u.a. in Ägypten und im Jemen tätig. Früh wurde er mit Mangelernährung konfrontiert und konnte das komplexe Problem sowohl aus persönlicher als auch wissenschaftlicher Sicht beleuchten. Zunächst stellte er die aktuelle Situation dar: Bereits heute leben 7,1 Milliarden Menschen auf der Erde, bis 2050 sollen es 9,6 Milliarden sein. Dieses Bevölkerungswachstum findet fast ausschließlich in Entwicklungsländern statt, was die bereits vorhandenen Ernährungsprobleme zusätzlich verstärkt. Etwa 870 Millionen Menschen hungern. Die Hauptursachen sind Armut, Naturkatastrophen und Kriege. Für den Experten ist es ein Paradoxon, dass zwei Drittel der Hungerleidenden auf dem Land leben und somit „hungernde Bauern“ sind. Dies wird u.a. durch Verpachtungen an fremde Staaten verschärft; auch werden Kleinbauern von ihrem eigenen Land vertrieben.
„Der Klimawandel trägt zusätzlich dazu bei, dass durch Dürren oder Überschwemmungen immer weniger Flächen landwirtschaftlich genutzt werden können“, erläuterte der Fachmann weiter. Andere Faktoren seien der zunehmende Fleischverzehr, für dessen Produktion Unmengen an Nahrungsmitteln verbraucht werden, oder die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen für die Erzeugung erneuerbarer Energien.
„Trotz vieler Programme, die den Hunger bekämpfen sollen, sind die Anstrengungen bisher viel zu gering“, so Werner Kropf, der gleichzeitig betonte, dass die Hilfen durch Lebensmittelspenden keine langfristige Lösung darstellten. Vielmehr müssten die Menschen dazu befähigt werden, sich selbst zu ernähren. „Das größte Potential liegt im wissenschaftlichen Fortschritt. Mit dem Einsatz neuer Methoden kann vor allem in den Entwicklungsländern eine deutliche Produktionssteigerung erreicht werden“, erklärte der gebürtige Hakeborner.
Die Frage „Hat die Erde Brot für alle?“ beantwortete der erfahrene Landwirt mit „theoretisch ja“. Neben der „Hilfe zur Selbsthilfe“, welche vor allem die Bildung der Bevölkerung und die Entwicklung der einheimischen Landwirtschaft beinhaltet, sieht Kropf auch die ungleiche Verteilung von Ressourcen und den hohen Verbrauch der westlichen Welt im Zentrum. Abschließend wünschte er dem nachdenklichen Publikum immer einen gedeckten Tisch und gleichzeitig ein waches Bewusstsein für die aktuellen Welternährungsprobleme.
Die nächste Veranstaltung der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 5. Februar, von 17 bis 19 Uhr im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9) auf dem Wernigeröder Campus statt. Zum Thema „Volkskrankheit Arthrose: Gelenkersatz als Ausweg? Multimodale Therapiekonzepte der HELIOS Klinik Hettstedt bei der Behandlung von Arthroseschmerz“ schickt das Krankenhaus drei Experten an die Hochschule Harz. Dr. med. Babette Loggen, Kommissarische Leiterin des Orthopädisch-traumatologischen Zentrums, Thomas Bier, dortiger Oberarzt, und Dr. med. René Pfeiffer, Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, sprechen über das Leiden.

Bild:GenerationenHochschul-Referent Werner Kropf eröffnete mit seinem Vortrag „Welternährungsprobleme - Hat die Erde Brot für alle?“ eine spannende Diskussion mit den interessierten Teilnehmern.
Hochschule Harz
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